Lavendel

Home
Kurzportrait
Geschichte
Botanik
Morphologie
Inhaltsstoffe
Bilder
Die Pflanzen
Einkauf
Pflanzmöglichkeiten
Einpflanzen und Pflegen
Vermehrung
Krankheiten/Schädlinge
Verwendung/Produkte
Lavendel(öl)wirtschaft
Ätherische Öle
Anbau und Ernte
Destillation/Extraktion
Lavendelurlaub
Literatur
Links
Impressum

 

Bild aus dem Buch "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz" von 1885

Geschichte

Lavendel ist eine Pflanze des Mittelsmeerraumes und wird von verschiedenen antiken Autoren erwähnt. Insbesondere in der Klosterheilkunde ist der Lavendel vermehrt zu finden.

  • 60 n.Chr. - Dioskurides beschreibt um 60 n. Chr. den Stoechas- bzw. Schopflavendel als „ein Kraut mit schlanken Zweigen, behaart wie Thymian, doch langblättriger und scharf im Geschmack und etwas bitter“

  • In Ägypten wird Lavendel als Parfüm und Räucherbestandteil genutzt.

  • Bei den Griechen und Römern wurde Lavendel als Badezusatz verwandt.

  • Um 1150 - Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl den echten Lavendel gegen Läuse, rät aber von der inneren Einnahme ab. Sie erwähnt auch Lavendelwein bei Lungenbeschwerden.

  • Im Mittelalter nutzte man Lavendel u.a. als Liebespflanze, Aphrodisiakum, zur Raumbeduftung und Desinfektionsmittel

  • Vom 14. bis 16. Jahrhundert kamen Kräutergärten in England in Mode und damit auch der Lavendel.

  • Ende des 19. Jahrhunderts wurde verstärkt der wildwachsende Lavendel in den Hochlagen geerntet und verarbeitet.

  • Zu Kriegszeiten half Lavendel bei der Behandlung von Wunden.

  • Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich eine Lavendel-Industrie entwickelt. Lavendel wird in Siedlungsnähe angebaut.

Hier einige Autoren, die Lavendel in Ihren Dokumentationen erwähnen:

100 (ca.) Dioskurides, Pedanios, geboren in der heutigen Türkei
Griechischer Arzt

Auszug aus der deutschen Übersetzung


1020 (ca.) Odo Magdunensis (de Meung), geboren in Frankreich
Mönch
Werk: Macer floridus


1098 - 1179 Hildegard von Bingen, geboren in Deutschland
Äbtissin


1493 - 1541 Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim), geboren in der Schweiz
Arzt, Alchemist, Mystiker, Laientheologe und Philosoph


1497- 1558 Fernelius (Jean François Fernel), geboren in Frankreich
Physiker


1498 - 1554 Hieronymus Bock, geboren in Deutschland
Botaniker, Arzt und Prediger

   

Kräuterbuch - Auszüge zum Download:    (9 MB)


1501 - 1566 Leonhart Fuchs, geboren in Deutschland
Mediziner

  

Kräuterbuch - Auszüge zum Download: (8,8 MB)


1501 - 1577 Matthiolus, Piotro Andrea, geboren in Italien
Arzt und Botaniker

  

Kräuterbuch - Auszüge zum Download (5 MB)


1522 - 1590 Tabernaemontanus (Jakob Theodor), geboren in Deutschland
Botaniker, Mediziner und Professor für Medizin und Botanik

  

Kräuterbuch - Auszüge zum Download (23 MB)


1528 - 1586 Lonicerus (Adam Lonitzer), geboren in Deutschland
Naturforscher, Arzt und Botaniker

  

Kräuterbuch (lateinisch) - Auszüge zum Download (3,7 MB)


1560 Braunschweig, Hieronymus

"Das Distillierbuch der rechten Kunst von Kräutern …", 1560; Auszüge zum Download (0,2 MB)


1683 - 1741 Weinmann, Johann Wilhelm, geboren in Deutschland
Apotheker
Werk: „Phytanthoza Iconographia“

 

Pflanzenbuch - Auszüge zum Download (12 MB)


ca. 1700 - 1758 Blackwell, Elizabeth geboren in Aberdeen
Illustratorin

Blackwellisches Kräuterbuch, 1757; Auszüge zum Download (1,7 MB)


1742 - 1793 Bulliard, Pierre geboren in Frankreich
Botaniker

Herbier de France, 1780


1821 - 1897 Kneipp, Sebastian, geboren in Deutschland
Priester und Hydrotherapeut

Auszug aus "PhytoMagister" von Peter Kaufhold:

Kneipp nannte als Ursprungspflanze Lavandula vera DC, das daraus hergestellte ätherische Öl Spiköl und empfahl dieses 2 x täglich zu je 5 Tropfen auf Zucker einzunehmen. So befördert es die Verdauung und „macht guten Appetit". Wer an Blähungen leidet, an Kopfweh in Folge von aufsteigenden Gasen, an Übelkeiten, nehme Spiköl, wie oben angegeben. Bei Gemüthsleidenden habe ich dasselbe sehr oft mit bestem Erfolge angewendet, und ich behaupte, dass die Heilung in sehr vielen Fällen mit der Entfernung der namentlich auf das Gehirn schlimm einwirkenden Gase zusammenhängt. Nach meinem Dafürhalten schenkt man in der Behandlung Kranker diesen Gasen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Wer je an Blähungen gelitten hat, weiß zu erzählen, welch fatale Rolle diese im Körper wüthenden Winde (...) spielen. Bei Appetitlosigkeit, Kongestionen, Schwindel und all den mannigfaltigen Kopfleiden mag man sich an die Anfangs gegebene Verordnung halten."

 


1857 - 1945 Künzle, Johann, geboren in der Schweiz
Pfarrer, Publizist und ein Wegbereiter der modernen Phytotherapie

Auszug aus "PhytoMagister" von Peter Kaufhold:

Nach Künzle benutzt man in der Heilkunde vorwiegend die Blüten, „jedoch sind auch die Blätter wirksam. Die wirksamste Anwendung ist der Lavendeltee; er „wird vorzüglich gebraucht, um den Kopf von fremden Stoffen zu reinigen und ist daher angebracht bei Augen- und Ohrenleiden." Der Tee „ist wirksam wider den Schlagfluss (Schlaganfall); er verhindert ihn und bringt vom Schlage Gelähmte wieder zurecht; er heilt den Schnupfen, bei längerem Gebrauch auch das Zittern und Erlahmen der Glieder; ist gut gegen Schlafsucht und Bleichsucht. Auflagen von Lavendelblüten, in ein dünnes Säcklein genäht, benehmen das nervöse Kopfweh, sofern der Stuhlgang in Ordnung ist und keine Magenverstimmung vorliegt." Gegen erlahmte Glieder (Hände, Füße etc.) empfahl er Einreibungen mit einem Weinauszug aus gleichen Teilen Salbei, Lavendel und Wacholderbeeren.

 


1809 - 1880 Dr. Artus, Wilibald geboren in Deutschland
Mediziner und Philosoph
 

Handatlas sämtlicher medizinisch-pharmazeutischer Gewächse, 1876 Auszüge zum Download (0,5MB)


Klaus Eugen Köhler, Herausgeber der Veröffentlichung "Koehlers Medizinalpflanzen" von 1887

Auszüge zum Download (0,6MB)


1918 - 2004 Weidinger, Hermann-Josef, geboren in Österreich
Prämonstratenser-Chorherr, Missionar und in Österreich als "Kräuterpfarrer Weidinger" bekannt.

Auszug aus "PhytoMagister" von Peter Kaufhold:

Nach Pfarrer H.-J. Weidinger gehört Lavendel zu den wertvollsten aromatischen Heilkräutern und ist „ein Wärmebringer, der in erster Linie das Gemüt erreicht, dann aber auf den Willen einen günstigen Einfluss ausübt." Er „festigt den Willen, passt zu den Menschen, die ernsthaft nach Entfaltung ihrer eigenen Persönlichkeit suchen, sich aber nicht durchsetzen, weil sie ,Möchte-Typen' und keine ,Wollen-Typen' sind." Zweimal täglich l Tasse Lavendeltee langsam und warm getrunken, „bricht das Dahindösen bei Depressionen oder bei einem Gemütstiefstand und hebt gleichzeitig den Lebenswillen."

 


1921 - Mességué, Maurice, geboren in Frankreich
Phytotherapeut

Auszug aus "PhytoMagister" von Peter Kaufhold:

Als „das blaugekleidete Wunder des Südens" bezeichnete M. Mességué den Lavendel, der sich im höchsten Maße als Magenfreund erweise, ferner als harntreibend, schweißtreibend, entwurmend und anregend. Er könne nach Belieben verwendet werden: als Einreibung, in Lotionen, Bädern, gegen Verletzungen, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Schwellungen und das Gefühl der völligen Erschöpfung bei Sportlern. „Gegen Gicht und Rheumatismus wirkt er Wunder." Um Kinder gesund zu erhalten., solle man ihnen regelmäßig l Vollbad mit Lavendel geben. Auch sei der Lavendel äußerlich angewendet ein wirksames Mittel gegen Hautkrankheiten (Ekzeme, Akne) sowie Beschwerden bei Brandwunden (Verbrennungen), Geschwüren, oberflächlichen Entzündungen und infizierten Wunden. In Form von Dampfinhalationen beschleunige er die Behandlung von Grippe, Angina, Bronchitis und anderen Schleimhautentzündungen. „Im Gurgelwasser reinigt er die kleinen Wunden im Mund und wird selbst mit Zungenlähmungen und mit Stottern fertig, weil er verkrampfte Nerven und Muskeln entspannt." In Form von Kompressen auf die Leber helfe er diesem Organ bei „der Verrichtung seiner schweren Arbeit als Chemiefabrik" des Körpers. Und zu Brusteinreibungen gebraucht, wirke er gegen Stauungen und fördere die schnelle Heilung von Lungenentzündung und Rippenfellentzündung.

 



Lavendel hat bzw. hatte auch folgende Bezeichnungen:

Flander, Nervenkraut, Römischer Thymian, Spicke, Muttergottespflanze, Stöchaskraut, Narden oder Zöpfli.

 

 


© 2006 by Marcel Lesaar