Lavendel

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Botanische Systematik

Carl von Linné hat 1735 eine Systematik für die Einteilung von Lebewesen eingeführt. Die vielfältigen Merkmale der Pflanzen wurden auf nur wenige Merkmal reduziert, so dass eine Zuordnung der Pflanzen erfolgen konnte.

Lavendel wird wie folgt eingeordnet:

Systematik Zugehörigkeit des Lavendels Lateinische Bezeichnung
Klassifikation Lebewesen  
  Domäne Eukaryoten (alle Lebewesen mit Zellkern und Cytoskelett)  
    Reich Pflanzen Plantae
      Unterreich Gefäßpflanzen Tracheobionta
        Überabteilung Samenpflanzen Spermatophyta
          Abteilung Bedecktsamer Magnoliophyta
            Klasse Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige Rosopsida
              Unterklasse Asternähnliche Asteridae
                Ordnung Lippenblütlerartige Lamiales
                  Familie Lippenblütler Lamiaceae
                   Unterfamilie   Nepetoideae
                     Gattung Lavendel Lavandula

Die Gattung 'Lavandula' wird unterteilt in sieben Sektionen mit über 30 Arten. Am meisten verbreitet sind die Arten der Sektionen Lavandula, Stoechas und Dentata.

Innerhalb der Gattungen gibt es bedeutende Kreuzungen der Arten, z.B. Lavandula x intermedia, ein Hybrid zwischen Lavandula augustifolia und Lavandula latifolia.

Sektion Arten Unterarten Hybride
1. Lavandula
(ehem. Spica)  

L. augustifolia
L. latifolia
L. lanata

L. augustifolia ssp augustifolia
L. augustifolia ssp pyrenaica
 
z.B. L. augustifolia u. L. latifolia = Lavandula x intermedia
 
2. Stoechas   L. stoechas
L. pedunculata
L. viridis
z.B.
L. stoechas ssp stoechas
L. pedunculata  ssp cariensis
z.B. L. x cadevallii

 
3. Dentata L. dentata -- L. dentata u. L. latifolia = Lavandula x allardii
L.dentata u. L. lanata = L. 'Goodwin Creek'
4. Pterostoechas   L. multifida
L. canariensis
L. minutolii
L. bramwellii
L. pinnata
L. buchii
L. rotundifolia
L. maroccana
L. tenuisecta
L. rejdalii
L. mairei
L. coronopifolia
L. saharica
L. antineae
L. pubescens
L. citriodora
L. canariensis ssp palmensis












 
z.B.
L. buchii var. buchii x L. canariensis subsp. canariensis




 
5. Chaetostachys   L. bipinnata
L. gibsonii
   
6. Subnuda   L. subnuda
L. macra
L. dhofarensis
L. samhanenses
L. setifera
L. qishnensis
L. nimmoi
L. galgalloensis
L. aristibracteata
L. somaliensis
   
7. Hasikenses L. hasikenses
L. sublepidota
   

Der Name der Art besteht aus der großgeschriebenen Sektion und der nachfolgend kleingeschriebenen Art, z.B. Lavandula augustifolia. Folgende Abkürzungen werden u.a. verwandt:

sp oder spec = species = Art
spp = Arten
ssp oder subsp = subspecies = Unterarten
v oder var = Eine Varietät (varietas), deren Merkmale nicht ausreichen, um der Pflanze den Rang einer Art zu verleihen, eine Abart aber, die in einem bestimmten Biotop gehäuft auftritt.
 

Sektion Lavandula

Lavandula augustifolia

Die bekannteste Art ist Lavandula augustifolia, auch Echter Lavendel, Englischer Lavendel, Kleiner Speik, Kleiner Spik genannt, die aus dem westlichen Mittelmeergebiet stammt. Diese Art zählt zum echten Lavendel und ist sehr häufig in Gärten zu finden. In Gartencentern werden oft Sorten wie 'Munstead', 'Alba', 'Hidcote' angeboten. Die Art ist Grundlage für hochwertige ätherische Öle.

Lavandula augustifolia hat ist kleiner als Lavandula latifolia. Die Blütenfarben reichen von weiss über rosa und blau bis dunkel violett. Er wird für die Gewinnung von ätherischen Ölen genutzt, die sich in aromatherapeutischen Produkten und Parfums wiederfinden.

Lavandula augustifolia wird, je nach klimatischen Verhältnissen, weltweit angebaut. Hauptanbaugebiete sind u.a. Frankreich, England und Spanien. Weitere Anbaugebiete sind u.a. die USA, Großbritannien, Ukraine, Japan, Argentinien, Brasilien und Ostafrika. s. auch

Lavandula latifolia (Lavandula spica)

Lavandula latifolia, auch Speiklavendel genannt, fällt durch seine vielen Verzweigungen und Blütenrispen auf. Im Gegensatz zu Lavandula augustifolia hat er recht lange Blütenstiele. Er wird aufgrund seines strengen, kampferartigen Geruchs nur selten genutzt, trägt aber zur Produktion kampferartigen Öles bei. Hauptanbaugebiet ist Spanien.

Lavandula lanata

Besonderes Kennzeichen dieser Art sind die silbrig wollartigen Blätter, weshalb diese Art auch bei Gärtnern beliebt ist.

Es gibt verschiedene Kreuzungen zwischen Lavandula augustifolia und Lavandula lanata, z.B. Lavandula 'Richard Grey' oder Lavandula 'Silver Frost'. Eine Kreuzung zwischen Lavandula lanata und der Sektion Lavandula dentata ist unter dem Namen Lavandula 'Goodwin Creek' bekannt.

Lavandula intermedia

Lavandula intermedia ist eine Kreuzung zwischen Lavandula augustifolia und Lavandula latifolia, wobei die besonderen Charakteristika des Lavandula latifolia vorherrschend sind. Er fällt durch seine Größe und Blütenzahl auf. Die eigentliche Pflanze wird nicht viel höher, als die Lavandula augustifolia Sorten, erreicht aber seine Gesamtgröße durch die langen Blütenstiele, die je nach Sorte bis zu 75 cm lang sein können. Da er steril ist, wird er durch Stecklinge vermehrt. Der Duft dieser Art ist sehr intensiv.

Lavandin wird insbesondere in Frankreich zur Produktion von Öl angebaut. Zu den hierbei beliebtesten Sorten zählt Lavandula x intermedia 'Grosso'.

Sektion Stoechas

In der Blüte stehende Pflanzen der Sektion Stoechas sind durch ihre Blütenköpfe und deren hieraus entspringenden Blütenblättern zu erkennen (s. auch Sektion Dentata). Eine Produktion essentieller Öle erfolgt mit diesen Pflanzen nicht, da sie einen hohen Gehalt an Keton haben. Stoechas-Pflanzen kreuzen sich sehr leicht, wodurch es eine Vielzahl an Sorten gibt.

Sektion Dentata

Diese Sektion hat ihren Namen durch die gezahnten Blätter ihrer Pflanzen erhalten. Wie die Pflanzen der Sektion Stoechas hat der Blütenkopf daraus hervorragende Blütenblätter. Verwendung finden sie nur in Gärten. Zu beachten ist, dass sie nicht gerade winterhart sind und daher im Topf gepflanzt werden sollten.

Lavandula dentata hat sich mit Lavandula latifolia gekreuzt. Diese Kreuzung hat den Namen Lavandula x allardii erhalten. Eine weitere Kreuzung ist der bereits oben genannte Hybrid 'Goodwin Creek'.

Sektion Pterostoechas

Die Sektion Pterostoechas ist die größte aller Sektionen mit mehr als 15 Arten und ist geographisch gesehen am weitesten verbreitet.

Sektion Chaetostachys

Die  Sektion Chaetostachys besteht aus zwei Arten und wächst in u.a. in Zentralindien.

Sektion Subnuda

Hierbei handelt es sich um acht Arten, die u.a. von Arabien und Somalia stammen.

Sektion Hasikenses


© 2006 by Marcel Lesaar